Homöopathische Tipps und Tricks

Aconitum und Belladonna im Vergleich
Zu Beginn von akuten, fieberhaften Zuständen und Entzündungen können Aconitum und Belladonna fast immer helfen. Sie beide kommen zum Einsatz, wenn Beschwerden ganz plötzlich und wie aus dem Nichts erscheinen. Die grosse Schwierigkeit besteht aber darin, diese beiden Mittel von einander zu unterscheiden und sie richtig einzusetzen. Oft ist Belladonna ein gutes Folgemittel auf Aconit, manchmal kommt Belladonna auch nur alleine zum Einsatz. Akute Mittelohrenentzündungen und hohes Fieber können durch die richtige Anwendung dieser beiden Mittel ihren Schrecken verlieren. In Notfallsituationen beeinflusst der richtige Einsatz dieser Mittel den Heilungsprozess entscheidend. Wenn die Symptome jedoch nicht wirklich passen, muss man andere Mittel wie Ferrum phosphoricum, Gelsemium, etc. denken.
In der untenstehenden Tabelle eine kleine Entscheidungshilfe:

Aconitum napellus Belladonna
Fieber Das Kind ist heiss und trocken.

Das Fieber steigt sehr schnell hoch an und bleibt. Grosser Durst auf grosse Mengen kalten Wassers. Trinken in grossen Zügen.
Das Gesicht des Patienten ist glühend heiss. Man spürt die Wärme mit der blossen Hand. Die Blutgefässe klopfen heftig.
Der Körper ist heiss und voller Schweiss und erinnert uns an „gedämpfte Tomaten“.
Das Fieber steigt schnell an, kann aber genau so schnell wieder sinken. Die Temperatur geht rauf und runter!
Die Patienten haben zwar einen trockenen Mund und Durst, können aber wegen der Schmerzen gar nicht wirklich trinken (Angina). Durstlosigkeit durch Schmerzen.
Gesichtsfarbe Im Liegen hat der Patient einen roten Kopf. Er wird aber bleich beim Aufsitzen. Das Gesicht ist und bleibt tief rot.
Schmerzen Schmerzen kommen plötzlich, sind sehr heftig und halten an. Schmerzen kommen und gehen plötzlich, Schmerzen können genau so schnell wieder aufhören, wie sie gekommen sind. Typisch für Ohrenschmerzen, Zahn-schmerzen oder auch Koliken.
Gemüt Grosse Unruhe, Panik und Todesangst. Panik auch im Umfeld, weil die Beschwerden plötzlich erscheinen und sehr heftig sind. Unruhe durch Delirium. Wahnvorstellungen. Angst vor Hunden im Zimmer.
Empfindungen Taubheitsgefühl und Kribbeln. Zuckungen und Krämpfe. Auch Fieberkrämpfe.
Sehr empfindliche Sinne, übertriebene Wahrnehmungen. Verschlimmerung durch Licht, Lärm und Erschütterung.

Grillsaison und Homöopathie
Im Sommer laufen die Grillgeräte immer auf Hochtouren und der Bratwurstkonsum der Schweiz schnellt steil nach oben. Auch noch so erfahrene Grillmeister verbrennen sich ab und zu die Finger. Hier deshalb ein paar Tipps rund ums Grillieren.

Cantharis C30 Wenn die Zange zu kurz ist oder man die knackige Wurst gar von Hand umdrehen will, kann es schon mal zu heiss werden. Cantharis verhindert die Blasenbildung bei Verbrennungen und heilt auch starke Entzündungen nach Verbrühungen. Nicht Vergessen: Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt werden. Bei Verbrennungen deshalb Finger weg von kalten Wasser! Gehen sie nochmals in die Nähe der Wärmequelle oder tauchen sie die verbrannte Stelle in warmes Wasser. Sie werden staunen wie problemlos die Verbrennung dann abheilt. Cantharis hilft auch wenn der Grillmeister die ganze Zeit an der prallen Sonne stand und sich einen „zünftigen“ Sonnenbrand eingefangen hat. Wenn draus dann ein Sonnenstich wird, lieber zur Sicherheit ein Belladonna verabreichen.
Dulcamara C30 Wie die letzten Jahre zeigten, kann man dem Schweizer Wetter im Sommer nicht mehr so richtig trauen. Immer mal wieder wird man an der einen oder anderen Grillparty verregnet. Wenn aus Folgen von Durchnässung und plötzlicher Abkühlung Beschwerden wie Schnupfen, Mittelohrenentzündung, Halsweh oder Blasenentzündungen etc. entstehen, kann Ihnen Dulcamara schnell wieder auf die Beine helfen.
Pulsatilla C30 Pulsatilla hilft bei Beschwerden von fettigem und schwerem Essen. Typisch sind Koliken, Auftreibungen, Unwohlsein oder Übelkeit. Auch nach Durcheinanderessen kann Pulsatilla kleine Wunder bewirken. Wahlanzeigende Symptome sind Durstlosigkeit sowie Verlangen nach frischer Luft und Bewegung. Falls sie sich einen Schnupfen holen, nachdem Sie auf der Grillparty am Abend zuvor kalte Füsse hatten, wird Pulsatilla das Mittel Ihrer Wahl sein. Typisch sind Erkältungen mit milden (ohne rote Nase), gelb-grünen Absonderungen und Durstlosigkeit. Auch das Gemüt ist dabei auffallend mild und anhänglich. Pulsatilla ist deshalb ein typisches Kindermittel und hat sich im Anfangsstadium von Mittelohrenentzündungen bewährt (auch an Aconitum, Belladonna, Dulcamara oder Chamomilla denken!)


Heuschnupfen
Allium cepa: Wässrige und meist wundmachende Absonderungen aus der Nase. Die Nase tropft wie ein Wasserhahn, ist jedoch verstopft und durch das scharfe Sekret gerötet. Die Augen tränen, die Flüssigkeit ist jedoch mild und reizt die Umgebung der Augen nicht. Widererwarten besser (>) im Freien und schlimmer (<) in geschlossenen Räumen. Husten und Schnupfen verstärken sich wenn man von draussen nach drinnen geht.
Euphrasia: Fliessschnupfen mit starker Augenbeteiligung. Die Absonderungen aus der Nase sind hier mild, die Tränen hingegen scharf. D.h. die Augen sind gerötet und die Haut um die Augen ist empfindlich. Die Tränen brennen auf der Haut und an den Lidern. < draussen im Freien und im kühlen Wind, > im warmen Zimmer. Das sind die entgegen gesetzten Modalitäten von Allium cepa.
Arsenicum album: Wundmachender Fliessschnupfen der Nase und auch Oberlippe reizt. Häufiges Niesen und Brennen von Nase und Augen, < draussen oder nach Mitternacht und durch Kälte. > in der Wärme und durch warme Anwendungen. Der Patient wirkt erschöpft, ruhelos und beunruhigt.
Pulsatilla: Fliessschnupfen mit dickeren, gelbgrünen oder rahmigen Absonderungen aus der Nase. Milde Sekrete die die Haut nicht reizen. Viel Schleim in Nase und Rachen. Juckreiz im Gaumen. Gelblicher Augenbutter und Tränenfluss bei Wind. Deutlich > im Freien und an der frischen Luft. Rasch wechselnde Beschwerden; die Symptome sind immer mal wieder etwas anders.
Nux vomica: Tagsüber Fliesschnupfen und vorwiegend verstopfte Nase in der Nacht. < gegen Morgen und im Zimmer. Jucken und Kribbeln in der Nase beim Erwachen. Jucken auch in der Eustachschen Röhre und an der Zungenwurzel. Schnupfen ist > im Freien.
Apis mellifica: Heuschnupfen mit Hautreaktionen. Starke Schwellungen der Augenlider und der Bindehaut. Juckende Ausschläge um die Nase. > kalte Waschungen.
Dulcamara: Hautausschläge nach Kontakt mit Gräsern – bei Kindern die im Heu gespielt haben. Nase ist verstopft und enthält viel Schleim. Schlimmer bei feuchtem Wetter oder Wetterumschlag (wenn es endlich zu regnen beginnt!), > in der Wärme und in geschlossenen Räumen.


Die oben genannten Mittel können die saisonalen Beschwerden zwar oft lindern, vermögen es aber nur selten einen Heuschnupfen ganz zu kurieren. Dazu sind individuell abgestimmte und tiefer wirkende Arzneimittel nötig, die eine richtige Anamnese voraussetzen. Vielleicht mal ein Projekt für den Winter!


Insektenstiche
Die Reaktionen auf Insektenstiche sind unterschiedlich stark und hängen ab von Giftstoff und Empfindlichkeit des Patienten. Gewöhnliche Insektenstiche reagieren sehr schnell auf die Verabreichung von Ledum. Es hilft bei schmerzhaften Wunden mit heftigem Jucken und kalter Einstichstelle. Ledum kann in Form von Globuli eingenommen oder als Tinktur äusserlich angewendet werden. Es nimmt den Juckreiz erstaunlich schnell und ein Fläschchen Ledumtinktur sollte auf keinem Nachttischchen fehlen.

Bienen- / Wespenstiche
Apis mellifica C30 Apis hilft bei schmerzhaften Stichen, die rasch anschwellen und eine starke Rötung zeigen. Die Schwellung ist sehr berührungsempfindlich und wird durch kalte Umschläge bzw. Eis gebessert. Verabreichen Sie Apis wenn möglich nur einmal und beobachten Sie den Verlauf. Vermehrter Urinabgang ist ein Zeichen dafür, dass der Körper das Gift aktiv aus dem Körper ausscheidet. Es braucht seine Zeit bis sich die Schwellung ganz zurückbildet.


Mückenstiche
Ledum C30 Bei starken Reaktionen auf Mückenstiche empfehle ich Ledum. Insbesondere wenn die Stiche stark jucken. Ledum ist ein Mittel für Stichverletzungen und auch Zeckenbisse.
Ledum Tinktur Ledumtinktur kann man äusserlich auf die Einstichstelle auftragen. Es wirkt schnell, nimmt den Juckreiz und verhindert starke Reaktionen.
Staphysagria C30 Bei starken Reaktionen auf Mückenstiche. Starker Juckreiz . Das Kratzen verändert den Ort des Juckens – auch ältere Stiche beginnen wieder zu jucken. Eigentlich ein Mittel für Schnittwunden und sensible Gemüter.

Bremsenstiche
Urtica urens C30 Die Stiche der Bremse erinnern mit ihrer starken Schwellung an die Folgen von Brennnesseln (Urtica urens). Wenn Jucken, Brennen und Nesselsucht vorherrschen, hilft Urtica urens besser als Ledum.


Kältebeschwerden
Viel meiner Patienten und Patientinnen hatte Mühe mit den plötzlichen Kälteeinbrüchen. Mittelohrentzündungen, Dauerhusten und chronische Erkältungen gehören im Moment zu meinem Praxisalltag. Deshalb möchte ich Ihnen die Tipps für diesen kalten Winter nicht vorenthalten:
Aconitum C30 Wenn einem der Wind beim Spaziergang entlang der gefrorenen Seeufer so richtig um die Ohren pfeift und man dann nachts mit plötzlichem hohem Fieber und Ohrenschmerzen erwacht. Aconitum hilft, wenn Panik ausbricht, dass man es bei diesen Schmerzen nicht mehr schafft bis Weihnachten. Grosser Durst, heisse Hände und kalte Füsse, sowie Blässe im Gesicht beim Aufsitzen
Silicea C30 Silicea hilft, wenn sich eine Stirnhöhlenentzündung ankündigt und sich die stechenden Schmerzen in der Nasenwurzel beim Bücken noch verschlimmern. Die Füsse fühlen sich an wie Eiszapfen und werden auch im Bett nicht mehr warm.
Causticum C30 Wenn man trotz eisiger Kälte aufs Skifahren nicht verzichten will und dafür ein paar Zehen opfern muss. Causticum hilft bei Erfrierungen mit heftigem Stechen und Kribbeln. Vor allem dann, wenn dieses Gefühl nach Tagen noch bestehen bleibt. In C30 während drei Tagen einmal täglich einnehmen.
 

Sonnenbrand
  • Auch für diesen Sommer gebe ich Ihnen wieder einige homöopathische Tipps mit. Die ersten „Sonnenopfer“ haben sich bereits in meiner Praxis gemeldet. Da wir uns nach einem schönen und heissen Sommer sehnen, wird die Zahl der roten Bäuche und verbrannten Schultern sicherlich noch steigen und sie werden froh sein, in Akutsituationen nicht erst noch in Büchern blättern zu müssen.
  • Schatten, Kopfbedeckung und einer guten Portion Vernunft setze ich jedoch voraus!
  • Ähnliches mit Ähnlichem behandeln – diesen homöopathischen Grundsatz dürfen Sie bei der Behandlung von Sonnenbränden ganz sicher nicht vergessen. Behandeln Sie verbrannte Stellen immer mit Wärme. Ein heisses Bad wird zwar etwas Überwindung kosten und anfänglich brennende Schmerzen verursachen, aber die Haut wird es Ihnen danken. Es wird keine Blasen geben und die Haut wird sich kaum abschälen.
  • Achtung! – kalte Duschen machen aus einem roten, überhitzen, pochenden Kopf schnell einen Sonnenstich! Genügend trinken und übermässig kalte Anwendungen vermeiden. Bei Bedarf im Schatten 3 Globuli Belladonna C30 einwerfen!
  • Hochempfindlichen Patienten oder Patienten mit Sonnenallergien empfehle ich gemeinsam mit ihrem Homöopathen eine prophylaktische Behandlung anzustreben und sich spezifische Mittel für den Akutfall geben zu lassen.
Cantharis C30 Bei Verbrennungen und Sonnenbränden. Brennende Schmerzen.
3 Globuli direkt auf die Zunge geben. Bei massiven Verbrennungen zusätzlich 3 Globuli in 2dl Wasser auflösen und alle 10 Minuten schluckweise einnehmen. Vor jedem neuen Schluck 10 mal kräftig umrühren.

Äusserliche Anwendung: 3 Globuli in warmem Wasser auflösen. Kompressen eintauchen und auf die verbrannte Stelle legen. Kompressen häufig wechseln.
Arsenicum album C30 Bei schweren und grossflächigen Verbrennungen. Brennende Schmerzen, die durch Wärme bessern und sich nachts verschlimmern. Verbrennungen mit dem Gefühl es läge ein Stück Kohle drauf. Begleitet von Unruhe, Bekommenheit und Todesangst.
Causticum C30 Bei schlechter Wundheilung. Offene Brandwunden mit ätzenden und brennenden Schmerzen. Grosse Unruhe und heftige Schmerzen.
Urtica urens C30 Bringt schnelle Schmerzlinderung bei oberflächlichen Verbrennungen, z.B. durch siedendes Wasser. Äusserliche Anwendung: Eventuell vorhandene Brandblasen nicht öffnen, sondern mit 1% Urtica urens Lösung (verdünnte Brennnesseltinktur) verbinden. Den Verband häufig wechseln und stets feucht halten.
Rhus toxicodendron C30 Verbrennungen mit stark brennenden und juckenden kleine Brandbläschen. Verschlimmerung durch Kratzen. Begleitet von Unruhe und stetigem Lagewechsel, was die Schmerzen leicht lindert.


Zeckenbiss

Am sinnvollsten ist es sich in Zecken reichen Gebieten richtig zu verhalten und entsprechende Kleider anzuziehen. Langbeinige Hosen und Socken die man über den Hosenrand ziehen kann, sowie gutes Schuhwerk sind da keine Frage. Suchen Sie sich und ihre Kinder nach dem Aufenthalt im Unterholz gründlich ab und zögern Sie nicht zu duschen. Zecken wandern oft noch Stunden über unseren Körper bis sie eine geeignete Bissstelle gefunden haben. Bevorzugt werden warmfeuchte Stellen wie Hautfalte, Achselhöhlen, die Leistengegend oder der Haarschopf. Es bleibt also meist noch genügend Zeit, um den kleinen Übeltätern auf die Schliche zu kommen.

Gewöhnliche Insektenstiche reagieren rasch und sehr gut auf die Verabreichung von Ledum. So auch Zeckenbisse. Kommt es trotzdem zu einer Infektion, das heisst zu einer roten Verfärbung um die Bissstelle oder gar einem blauvioletten Ring, kann Lachesis verabreicht werden. Bei weiteren Komplikationen haben die Homöopathen noch weitere Mittel wie Gunpowder oder Berreliose Nosode zur Verfügung. Zögern sie also nicht bei einem Zeckenbiss ihren Homöopathen zu konsultieren. Im Notfall kann ein Blutuntersuch Gewissheit verschaffen und den Erfolg der Behandlung dokumentieren.

Ledum C30Ledum kann bei einem Zeckenbiss prophylaktisch verabreicht werden. Die Zecke fachmännisch entfernen und 3 Globuli der Arznei einnehmen. Leitsymptome sind ein weisses kaltes Areal um die Bissstelle.
Lachesis C30Lachesis ist ein Schlangengift und hat bei ernsthaften Bissverletzungen unglaubliche Effekte. Zeigt sich um die Bissstelle eine blau rote Verfärbung oder gar ein klar erkennbarer Ring, darf Lachesis verabreicht werden. Nimmt die Haut allmählich wieder eine normale Farbe an, kann einfach zugewartet werden. Stagniert der Heilungsprozess kann Lachesis C30 auch schluckweise eingenommen werden. Dazu gibt man 3 Globuli in ein Glas Wasser oder keine kleine PET-Flasche und rührt die Lösung vor jeder Einnahme 10 mal kräftig um bzw. schüttelt anständig. Ein Schluck oder ein Teelöffel der Lösung genügt bereits. Die Einnahme erfolgt im Schnitt alle 30 Minuten bis wieder eine Besserung der Symptome erkannt werden kann. Dann werden die Abstände der Einnahme vergrössert und das Mittel schliesslich abgesetzt.
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